Tierärztliche Klinik für Pferde Wolfesing
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Pferdekrankheiten von A-Z
An dieser Stelle haben wir für Sie eine Übersicht der Pferderkrankungen zusammengestellt. Informieren Sie sich über die typischen Pferdekrankheiten.

Musterplan
Hier finden Sie unseren Musterplan für gezieltes Aufbautraining nach einer Verletzung der Beugesehne.

Neuigkeiten
Informieren Sie sich über neue Therapieoptionen bei Arthrose



Hier finden Sie aktuelle Infos zu neuen Therapien bei Sehnenverletzungen



Ursachen

Für die Entstehung der Sehnenerkrankungen des Pferdes stehen folgende Faktoren als prädisponierend im Vordergrund:

 

  • Mangelhaftes Training und Konditionsmängel - vermehrtes Training erhöht die Belastbarkeit des Sehnenapparates
  • Muskelermüdung - unelastische Muskelfasern übertragen die einwirkende Kraft ungedämpft auf die Sehne
  • Bodenbeschaffenheit - tiefer, unebener, rutschiger und harter Boden, je nach Dauer der Belastung
  • Stellungsfehler - zu lange und zu weiche Fesseln
  • Fehler beim Hufzubereiten und beim Hufbeschlag - zu lange Zehen
  • Ungleichmäßige Gewichtsbelastung - plötzliche Wendungen
  • Übergewicht
  • Aufzuchtfehler
  • Erbliche Disposition - schwache Sehnen
  • Zu früher Einsatz des Pferdes

All diese Faktoren können zu unterschiedlichen Ausmaßen von Sehnenerkrankungen führen.

Schäden der oberflächlichen Beugesehne und des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne, sowie des Fesselträgers sind bei Sportpferden in den meisten Fällen als chronische Ermüdungsschäden zu sehen sind. Rein traumatische, also von extern zugeführte Schädigungen kommen vor, sind jedoch selten. Zudem treten diese Rupturen am Ursprung und Ansatz der Muskeln auf und nicht dort, wo die spontanen Sehnenschäden auftreten.

Als Beispiel: Galopparbeit, die über den Trainingsstatus des Pferdes hinausführt kann zur Ermüdung der Muskeln zum Beispiel der Beugesehnen führen. Dies wiederum führt zur Reduzierung der Stoßabsorbierenden Wirkung der Muskeln. Die passive Sehne die den Knochen und Muskel verbindet wird dadurch noch mehr gedehnt.

Dadurch kommt es zu einer Überwärmung der Sehnen. Diese zunehmende Funktionswärme führt zu einer größeren Stoffwechselbelastung. Das Sehnengewebe wird nur unzureichend durch die Blutzirkulation versorgt. Dies führt zu einer Gewebshypoxie, sprich zu einer Minderversorgung des Sehnengewebes mit Sauerstoff. Die Folgen davon sind eine Ansammlung toxischer Stoffwechselprodukte, die zu einer Zelldegeneration und verringerter Kollagensynthese, also einem Mangel an der Bildung von entscheidenden Zellen die für die Elastizität der Sehnen verantwortlich sind führen.

Diese mangelnde Elastizität führt automatisch zu einer verringerten Festigkeit. Weitere, auch nur geringe Arbeitsbelastungen, können dann zu einer plötzlichen Zerreißung einzelner Fibrillen, oder gar der Sehne führen. Dieses löst eine entzündliche Gewebereaktion aus, toxische Substanzen werden freigesetzt, die unter anderem die Permeabilität, also der Durchlässigkeit kleinster Blutgefäße, auch Kapillaren genannt führen kann. Die Folgen sind bekannt, verringerte Durchblutung bedeutet, Schmerzen, Wärme und Verdickung, dies sind klinische Warnzeichen der klassischen produktiven Entzündung oder Tendinitis.
Diese zentrale Gewebsnekrose bleibt bestehen, auch wenn die klinischen Symptome, wie gerade genannt bereits nach wenigen Tagen abgeklungen sind. Sie könnten bei erneutem Training zu weiteren und neuen Schäden, sogar zu einer vollständigen Ruptur führen.

Ziele der Therapie für einen akuten Sehnenschaden sollten sein:

 

  • Verhinderung weiterer Sehnenfaserzerreißungen
  • Wiederherstellung der Sehnenstabilität
  • Eingrenzung von Begleitreaktionen wie Bindegewebszubildungen und Verklebungen
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Thema: Sehnenverletzung

Dr. Rüdiger Brems zu Gast bei Neues aus der Medizin.